Als ich meine Augen öffne, ist das Ehepaar bereits auf dem Weg zu einem Arzttermin nach Lyon. In der Küche erwartet uns ein reich gedeckter Frühstückstisch mit allerhand köstlichen Speisen, hausgemachten Brot und Kuchen, sowie selbst gekochter Marmelade. Als wir die Haustür öffnen, entwischt uns eine der drei Katzen und verschwindet auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Gehölz. Es wäre ein aussichtsloses Unterfangen, die Katze versuchen einzufangen. Bruno versucht meine Sorgen zu lindern. Die Tiere könnten auch ohne unser Zutun jederzeit aus dem offenen Garten in das freie Gelände laufen.

Da ich mir etwas Ruhe wünsche, lasse ich Bruno immer ein Stück vor mir laufen. Die Touristeninformation in Charlieu befindet sich 13Uhr in der Mittagspause. Wir finden einen freien Tisch in einer Pizzeria. Ich erkläre Bruno, dass ich ab Morgen gerne alleine weiter gehen möchte, um mehr Zeit für mich zu haben. Es sei für ihn in Ordnung, doch sein Gesichtsausdruck und nachfolgendes Verhalten zeigen Kränkung. In der Touristen-Information hole ich mir einen weiteren Stempel und lasse mir für Morgen in der Gite ein Bett reservieren.

Der restliche Weg von Charlieu bis Pouilly-sous-Charlieu verläuft entlang einer stark frequentierten Straße. Einzig ein schmale Fläche zwischen Straße und Böschung dient als Weg. Ich lasse den Intermarché auf der anderen Straßenseite aus und vertraue auf einen Supermarkt in Pouilly-sous-Charlieu. In der Pension „La Castelière“ wird Bruno und mir ein Zimmer mit Doppelbett zugewiesen. Das ist mir doch ein bisschen zu viel Nähe und wir können es gegen ein anderes Zimmer mit zwei Einzelbetten tauschen.

Im Dorf finde ich nur einen kleinen, dafür aber umso teureren Einkaufsladen. Für einen kurzen Moment ziehe ich den Einkauf im zurückliegenden Intermarché in Betracht. Der Gedanke wird alleine schon wegen den zusätzlichen 10 Kilometern schnell wieder verworfen.
Die nächste Etappe würde in St.-Haon-la-Chatel enden und St.-Jean-St.-Maurice in zwei Tagen erreicht werden. Der offizielle Weg verläuft geographisch in einem großen Bogen. Ein direkter Weg führt innerhalb einer Tagesetappe über Roanne nach St.-Jean-St.-Maurice. Ich werde die ländliche Region mit vielen Wiesen und kleinen Orten gegen den effizienteren (aber auch tristeren und auf einer 11 Kilometer langen Landstraße entlang führenden) Weg eintauschen.