Vor, während und nach meiner Pilgerreise erhielt ich viele Fragen von Freunden, der Familie und interessierten Leuten. Die am häufigsten gestellten Fragen werden hier vorgestellt und mit einer Antwort versehen. Falls du eine Frage hast und dich etwas interssiert, dann freue ich mich über eine Nachricht von dir.
Wie hast du es einrichten können, eine so lange Auszeit zu nehmen?
Ein Umzug aus Frankfurt/M. in meine Heimatstadt Leipzig war für das Jahr 2016 fest eingeplant. Also nutzte ich die Gelegenheit, kündigte meinen Job im Frühjahr 2016 und hatte somit bis zum Umzug im August ausreichend Spielraum, um mich auf den Weg zu begeben.
Wieviele Kilometer bist du am Tag gelaufen?
Pro Tag waren es im Durchschnitt 24 Kilometer. Dabei variierten die Tagesetappen zwischen 18 und 33 Kilometer. Meine längste Etappe war von Norroy les Pont a Mousson nach Toul und betrug 38 Kilometer.
Was war dein emotionalstes Erlebnis?
Da erinnere ich mich besonders an zwei Ereignisse.
In Limognes-en-Quercy traf ich auf einen Franzosen, dessen Namen mir leide rnich tbekannt ist. Er arbeitete vor seinem Haus und ich bat ihn um einen Kugelschreiber, um meine Postkarten zu schreiben. Es stelle sich heraus, dass er etwas Deutsch sprach und wir kamen ins Gespräch. Er ging in seine Wohnung und kam kurze Zeit später mit einem kleinen Faltblatt wieder. DarauMit Tränen in den Augen erzählte er mir von seiner verstorbenen Frau und bat mich, dir Karte in der Kathedrale von Santiago de Compostela abzulegen und eine Kerze anzuzünden. Es war ein sehr ergreifender Moment für mich und ab diesem Tag bin ich den Weg nicht nur für mich gelaufen, sondern auch für diesen Mann.
Und dann gab es noch diesen ganz speziellen Moment als ich Santiago erreichte und über den Dächern der Häuser zum ertsen Mal aus der Ferne die Türme der Kathedrale sah. Ich ging durch die engen Gassen der Stadt und mir liefen die Tränen in Strömen über die Wangen. In diesem Moment realisierte ich, dass ich es tatsächlich geschafft hatte.